Hallo, wir sind Lara, Charlotte und Emilie und wir wollen mit unserem Projekt beim Meereswettbewerb Arzneimittelrückstände in Gewässern nachweisen, um Aufmerksamkeit auf die starke Belastung unserer Gewässer, durch das Konsumverhalten unserer Gesellschaft zu lenken. Dafür nehmen wir an bestimmten Messstellen auf der Ostsee Wasserproben aus verschiedenen Tiefen. Wir versuchen außerdem Rückstände in Pflanzen zu finden und wollen dafür selber Pflanzen hochtauchen.

Sonntag

Heute mussten wir sehr früh aufstehen um unseren Zug nach Lübeck nicht zu verpassen. Nach einer 9 stündigen Zugfahrt sind wir an der Aldebaran angekommen, wo wir herzlich empfangen wurden. Direkt nachdem wir auf dem Schiff waren und kurz erste Absprachen getroffen haben sind wir schon losgefahren, um die letzte Brückenöffnung an diesem Tag nicht zu verpassen. Auf der anderen Seite haben wir auf einen schöne Naturbucht zugesteuert und durften sogar selbst mal ans Steuer. Dort haben wir dann den groben Verlauf der Tour geplant und unsere Probenahmestellen bestimmt.

Segeln nach einer Einweisung am ersten Tag

Montag

Heute sind wir nach dem täglichen Briefing losgefahren. Erfreulicherweise war der Wind gut genug um zu segeln, weshalb wir größtenteils aus der Trave nach Neustadt raus gesegeln konnten. Unser Plan war einmal eine Probenstrecke von Neustadt 25km Richtung Meer und einmal von Lübeck 50km Richtung Meer abzufahren. Nachdem wir das Messequipment kennengelernt haben, konnten unsere Messungen schon losgehen, was relativ gut geklappt hat. Die meisten unsere Proben vom Neustadt-Transekt konnten wir noch am heutigen Tag holen. Die letzten beiden sind für morgen eingeplant. Anschließend sind wir in den Hafen von Neustadt gefahren um dort die Nacht zu verbringen. Überraschenderweise war es, obwohl es erst der zweite Tag auf dem Schiff war, ein sehr merkwürdiges Gefühl vom Schiff runter zu gehen und wieder so viele Menschen zu sehen und auf festen Boden zu laufen.

Team bei der Probennahme und m Hafen von Neustadt

Dienstag

Heute ist unser Kameramann Julius gekommen, der uns für den heutigen Tag filmen und uns interviewen sollte. Nachdem wir das Schiff nochmal aufgeräumt und Julius abgeholt haben, sind wir auch schon zu unseren letzten beiden Messstellen in Neustadt losgefahren. Als wir das erledigt hatten sind wir zu der weitest entfernten Messstelle auf unserem Lübeck-Transekt mit 50km Entfernung von der Lübecker Kläranlage gefahren. Auf dem Weg dorthin konnten wir insgesamt 7 Delfine sehen, was wirklich cool war. Es war sehr heiß, weshalb wir an der Messstelle angekommen, nach der Probennahme, schwimmen gegangen sind. Es war wirklich unglaublich schön, weil wir mitten im Meer waren und niemand um uns herum. Nachdem wir uns wieder aufgewärmt hatten, sind wir die Strecke Richtung Lübeck noch ein Stück abgefahren und dann zurück nach Neustadt, um erst tauchen zu gehen, um ein paar Wasserpflanzen aus dem Wasser zu holen und anschließend Julius wieder abzusetzen. Heute war wirklich ein aufregender Tag und auch sehr anstrengend, weshalb wir froh waren, als wir nach Niendorf zum Hafen gefahren sind und nach dem Pommesessen schlafen gehen konnten.

Team beim Fahren und Tauchen von Wasserpflanzen

Mittwoch

Heute war der heißeste Tag, schon um 12 Uhr hatte es über 30 Grad, weshalb wir froh waren, dass wir heute mit dem Tauchen angefangen haben und haben dort viele verschiedene Pflanzen- und Algenarten finden, unter anderem auch Rotalgen. Wir waren heute sogar zweimal tauchen, das zweite Mal allerdings nicht so erfolgreich. Außerdem haben noch ein paar der Lübeckproben genommen. Zu den letzten Probeorten für heute sind wir auch noch einmal gesegelt. Jetzt haben wir wieder an einer Naturbucht geankert und genießen noch ein bisschen die warme Abendsonne.

Ablauf des Meereswettbewerbs

Bis Ende März 2021 konnten sich die Teams für den Meereswettbeweerb „Forschen auf See“ bewerben. Dazu mussten sie uns eine wissenschaftliche Projektskizze mit ihrer Forschungsidee zusenden. Innerhalb der Themenbereiche der Ozeandekade hatten sie freie Wahl. Es war nur wichtig, dass die Experimente an Bord des Forschungsschiffes ALDEBARAN im Rahmen einer 5-tägigen Ausfahrt realisiert werden konnten.

Nach Eingang der Projektskizzen entschied eine wissenschaftliche Jury über Qualität, Durchführbarkeit und Kommunikationsfähigkeit der Projekte. Unter diesen Kriterien wählte die Jury drei Projektskizzen aus, welche im Sommer an Bord der ALDEBARAN realisiert wurden. Die Teams wurden informiert und mit Hilfe des Koordinationsbüros der Deutschen Meeresstiftung wurde ihnen dann eine Wissenschaftspat*in vermittelt. Diese unterstützte und begleitete das Team von der Vorbereitung der Ausfahrt über die praktische Durchführung bis hin zur Dokumentation der Forschungsarbeit.

Zur Vorbereitung der Exkursionen trafen sich die Gewinner*innenteams am 12. Juni mit der Deutschen Meeresstiftung in Hamburg. Im persönlichen Gespräch erfuhren die Teams, was sie bei der Exkursion zu erwarten haben und stellten Ihre Projekte vor. Danach wurden Sie in Kleingruppen mit ihren Wissenschaftspat*innen online zusammengebracht, um ihre Projekte im Detail zu besprechen.

Die von der Jury ausgewählten Gewinner*innenteams konnten im Sommer bei einer einwöchigen Ausfahrt an Bord des Forschungs- und Medienschiffs ALDEBARAN ihre Forschungsprojekte realisieren. Begleitet von erfahrenen Wissenschaftler*innen und einem erfahrenen Kapitän lebte und arbeitete das Team für eine Woche auf dem segelnden Forschungsschiff. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit wurden sie von ihrer Wissenschaftspat*in unterstützt und angeleitet.

Nach der Ausfahrt hatte jedes Team Zeit, seine Beobachtungen und Ergebnisse zusammenzuschreiben. Zusätzlich konnten sie auch noch Proben, die während der Ausfahrt genommen wurden, analysieren. Aus all diesen Daten sollten die Teams dann einen Abschlussbericht schreiben, der ihre wissenschaftliche Arbeit zusammenfasst.

Neben dem schriftlichen Abschlussbericht findet noch ein Abschlusskolloquium statt. Hier stellen die Teams der Jury in einer kurzen Präsentation ihre Forschungsprojekte vor. Im Anschluss dazu hat die Jury die Gelegenheit, den Teams ein paar Fragen zu stellen, um die Projekte besser kennenzulernen. Der Abschlussbericht zusammen mit dem Abschlusskolloquium bilden dann die Grundlage zur Platzierung der Teams durch die Jury.

Mit der Siegerehrung auf der größten Wassersportmesse „boot“ in Düsseldorf – in diesem Jahr pandemiebedingt als Online-Veranstaltung – findet der Meereswettbewerb sein feierliches Ende. Hier dürfen sich die Gewinnerteams auf Sach- und Bücherpreise freuen.

Auch wenn der Meereswettbewerb für die Teams hier endet, können sie an ihren Projekten dennoch weiterforschen und damit auch an weiteren Wettbewerben wie „Jugend forscht“ teilnehmen.

Einsendung
Projektskizzen
Bekanntgabe
Gewinnerteams
Treffen
Vorbereitung
An Bord
Expedition
Abgabe
Abschlussberichte
Kolloquium
Abschluss